BABYFABRIKEN: DER HANDEL MIT KINDERN BOOMT.

Sie sind ein Symbol für Unschuld und doch nicht von den Gräueltaten des Menschenhandels ausgenommen: Babys. Trotz internationaler Übereinkommen und Konventionen findet der Verkauf von Babys durch Sklaven- und Adoptionshändler auf globaler Ebene statt. Dabei schrecken die Menschenhändler weder vor Vergewaltigung, Entführung oder Organhandel zurück, um Profit aus dem neuen lukrativen Geschäftsfeld zu schlagen. In afrikanischen Ländern wie Nigeria werden dafür eigens Babyfabriken eingerichtet, denn die Nachfrage nach Babys existiert – und verzeichnete besonders in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg.

KINDERHANDEL – EIN ABSOLUTES NO-GO

Egal, welches Land unter die Lupe genommen wird, welche Altersgruppe betrachtet wird oder auf welches Geschlecht der Fokus liegt – Menschenhandel findet man rund um den Globus und betrifft uns alle. Eben deshalb arbeiten Task Forces im nationalen sowie internationalen Raum aktiv an der Bekämpfung des Menschenhandels während Organisationen strafrechtliche Rahmenbedingungen vorgeben, welche Behörden dabei helfen, den Profiteuren des Menschenhandels das Handwerk zu legen.

Selbst die vulnerabelsten Mitglieder unserer Gesellschaft sind von den Praktiken der illegalen Ausbeutung betroffen, weshalb die Vereinten Nationen Anfang der 2000er Wende ein Zusatzprotokoll definierten, welches insbesondere Frauen und Minderjährigen weiteren Schutz zusichert. Auch unter dem Titel „Zusatzprotokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels,
zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität“
bekannt, spezifiziert das Protokoll den Begriff Menschenhandel in Hinblick auf Minderjährige. Sprich, sobald ein Kind von ausbeuterischen Verhältnissen betroffen ist, wird es automatisch als Opfer von Menschenhandel eingeordnet, egal, ob Gewalt oder Zwang angewendet werden oder nicht. Denn eines ist sicher: Kinderhandel ist eine der schlimmsten Formen der Kinderarbeit und gehört mit allen Mitteln – von der Aufklärung bis hin zur Strafverfolgung – verhindert und bekämpft.

BABYFABRIKEN IN NIGERIA

Einer der treibenden Faktoren des Kinderhandels ist der unerfüllte Wunsch vom eigenen Kind. Dabei überschreiten verzweifelte Paare nicht nur nationale Grenzen, sondern auch ethische. Je jünger die Kinder sind, umso stärker ist die Nachfrage, weshalb sich viele Menschenhändler den Verkauf von Babys als neues lukratives Geschäftsfeld zu Nutze machen. 

In Nigeria sprießen beispielweise immer mehr Babyfabriken wie Pilze aus dem Boden. Nicht selten berichten Medien über die brutalen Geschäfte mit wehrlosen Babys. Junge nigerianische Frauen werden dabei unter falschen Versprechen entführt, eingesperrt, vergewaltigt und als Brutmaschinen eingesetzt, um den Menschenhändlern Profit einzubringen. Die Neugeborenen werden zudem schon kurze Zeit nach der Geburt nach Europa gebracht, wobei Mädchen in der Regel für 300.000 Naira, also rund 725 Euro, verkauft werden. Jungen hingegen werden für einen Preis von 500.000 Naira (ca. 1210 Euro) von den Menschenhändlern auf dem boomenden Adoptionsmarkt angeboten. Um den Handel mit Babys und die illegale Ausbeutung der Frauen Einhalt zu gebieten, hat die nigerianische Regierung die eigenständige Behörde NAPTIP eingerichtet. So werden jährlich Berichte über geglückte Rettungsmissionen von schwangeren Frauen und Neugeborenen aus den Babyfabriken publik. Da viele dieser illegalen Einrichtungen im Untergrund agieren und das Geschäft den Menschenhändlern auch weiterhin gutes Geld einbringt, ist die Dunkelziffer dieser Fabriken und der sich dort befindenden Opfer schwer einzuschätzen.

KINDERHANDEL IN ZEITEN VON CORONA

Die Coronakrise hat nicht nur unser alltägliches Leben mit neuen Herausforderungen konfrontiert und unsere Wirtschaft auf die Probe gestellt, sondern führte leider auch zu signifikanten Auswirkungen auf den Kinderhandel. Da sich die Kluft zwischen Arm und Reich in den vergangenen Monaten vergrößert hat, sind Minderjährige in ärmeren Ländern noch stärker gefährdet, in die Fänge von Menschenhändlern zu geraten. Pro Jahr sind laut UNICEF mindestens 1,2 Millionen Kinder Opfer von schweren Menschenrechtsverletzungen – und diese Zahl wird voraussichtlich in den kommenden Jahren deutlich steigen. Zahlreiche Organisationen wie „Jugend Eine Welt“ arbeiten deshalb aktiv daran, gefährdete Kinder und Jugendliche zu schützen und zeitgleich die Gesellschaft darüber zu informieren, wie organisiertes Verbrechen von der Pandemie profitiert. Auch wir von Hope for the Future sind uns von den Folgen der Pandemie auf den Menschenhandel bewusst und stehen den Betroffenen auch weiterhin mit vereinten Kräften bei dem Einstieg in die Arbeitswelt mit Rat und Tat zur Seite. 

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