Zwangsadoption ukrainischer Kinder: Russlands Katalog der Schande

Seit Beginn der umfassenden Invasion hat Russland Tausende ukrainische Minderjährige gewaltsam aus ihren Familien, ihrem Zuhause und ihrer Heimat entführt. Diese Kinder wurden nicht nur verschleppt, sondern in einem beunruhigenden Ausmaß auch aktiv zur Adoption in Russland freigegeben.

Die Zahlen sind erschreckend: Es liegen Berichte über 19.546 rechtswidrige Deportationen und gewaltsame Transfers von Minderjährigen vor. Die tatsächliche Zahl könnte jedoch weitaus höher sein: Schätzungen reichen von Zehntausenden bis hin zu Behauptungen Moskaus von bis zu 700.000 Verschleppten.

Die Deportationen erfolgen durch verschiedene Taktiken: Minderjährige werden gewaltsam von ihren Eltern getrennt, oft während sogenannter „Filtrationsprozesse“, oder schlicht aus ihren Häusern, Schulen und Waisenhäusern entführt. Obwohl die Betroffenen in russischen Datenbanken als „Waisen oder Kinder ohne elterliche Fürsorge“ gelistet werden, haben viele von ihnen noch Familien und/oder die ukrainische Staatsbürgerschaft

Die Entführungen werden von den russischen Behörden als humanitäre Akte verteidigt, doch Kyjiw bezeichnet diese Adoptionspraxis als „Waffe des Krieges“. Die Schilderungen der Betroffenen machen den Zwang deutlich: Eine 15-Jährige berichtet, man habe ihr gesagt, es müsse evakuiert werden – kurz darauf habe es jedoch geheißen, sie müsse „auf unbestimmte Zeit“ bleiben. Ein 12-Jähriger erzählt, ihm sei mitgeteilt worden, dass seine Mutter ihn nicht brauche und er stattdessen einer russischen Pflegefamilie übergeben werde.

Besonders schockierend ist die Methode, mit der die Kinder zur Adoption angeboten werden. In den von Russland besetzten Gebieten, wie der Region Luhansk, wurde eine Online-Adoptionsdatenbank eingerichtet. Diese Datenbank enthält Profile von fast 300 ukrainischen Minderjährigen. Sie werden wie Produkte auf einem Online-Marktplatz angeboten. Interessierte Nutzer*innen können sie nach spezifischen körperlichen Merkmalen „filtern“:

• Alter und Geschlecht.
• Augen- und Haarfarbe.
• Gesundheitszustand.
• Persönlichkeitsbeschreibung.

Die Profile werben mit Charaktereigenschaften wie „gehorsam“, „ruhig“, „diszipliniert“ oder „zuverlässig in der Ausführung von Aufgaben“. Mykola Kuleba, der Leiter der Organisation Save Ukraine, verurteilte diese Plattform scharf als „digitalen Kinderhandel, maskiert als Bürokratie“ und als „Sklavenkatalog“.

Der zentrale Akt des Menschenhandels besteht darin, die wahre Herkunft der Kinder zu verschleiern und ihre ukrainische Identität auszulöschen:

1. Zwangseingebürgerung: Den verschleppten Minderjährigen wird die russische Staatsbürgerschaft verliehen.

2. Umschreibung der Dokumente: Adoptiveltern können die vollständigen Namen, das Geburtsdatum und den Geburtsort der Kinder ändern. Dieser Schritt erschwert die Rückverfolgung und macht die Rückführung der Betroffenen nahezu unmöglich.

3.Indoktrination: Jugendliche werden oft in Umerziehungslager gebracht, wo sie russischen Informationskampagnen und Militärerziehung unterworfen werden. Sie werden gezwungen, die russische Nationalhymne zu singen und lernen, dass die Ukraine bald nicht mehr existieren wird.

Historikerin Olha Skrypnyk von der Crimean Human Rights Group betont, dass diese Politik des Genozids darin besteht, Kinder zu rauben, die das Überleben der ukrainischen Gruppe garantieren.

Angesichts dieser „verabscheuungswürdigen und entsetzlichen“ Taten hat der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) internationale Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die Kinderbeauftragte Maria Lwowa-Belowa wegen der Beweise für Zwangsadoption und Deportation ausgestellt.

Die Rückführung der Kinder ist extrem schwierig. Bisher konnten nur 1605 Verschleppte aus der Deportation, gewaltsamen Transfers oder temporär besetzten Gebieten zurückgebracht werden. Die Bemühungen werden oft durch Drittstaaten wie Katar oder den Vatikan vermittelt.

Die internationale Gemeinschaft, einschließlich des Europäischen Parlaments, verurteilt diese „genozidale Strategie“ scharf und fordert Russland auf, die Identitäten und Aufenthaltsorte aller deportierten ukrainischen Minderjährigen offenzulegen und ihre sichere und bedingungslose Rückkehr zu gewährleisten.

Organisationen wie Bring Kids Back UA und Save Ukraine arbeiten unermüdlich daran, die verschleppten Kinder zu identifizieren, ihren Aufenthalt zu lokalisieren und sie in einem sicheren Umfeld wieder mit ihren Familien zusammenzuführen.

Die Rückkehr dieser Kinder und die Rechenschaftspflicht für diese gewaltsamen Transfers sind eine zentrale Bedingung für jedes echte Friedensabkommen

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