Das Leid kenianischer Hausangestellter in Saudi-Arabien 

Sie verlassen ihre Heimat, um für ihre Familien Geld zu verdienen und ahnen nicht, dass sie an ihrem neuem Wohn- und Arbeitsort ausgebeutet, misshandelt und diskriminiert werden. In Saudi-Arabien ist es leider kein Einzelfall, dass Hausangestellte aus Kenia ein solches Schicksal ereilt. Amnesty International fordert dringende Maßnahmen zum Schutz dieser besonders gefährdeten Menschen. 

In Saudi-Arabien arbeiten rund 4 Millionen Menschen als Hausangestellte, alle von ihnen stammen aus dem Ausland, rund 150.000 aus Kenia. Aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit in Kenia ermutigt die Regierung junge Menschen, Arbeit in den Golfstaaten zu suchen. Sie könnten dort gutes Geld verdienen und ihre Familien aus der Ferne unterstützen – so lautet das Versprechen. Heute zählt Saudi-Arabien zu den wichtigsten Herkunftsländern von Geldüberweisungen nach Kenia. 

In einem kürzlich veröffentlichten Amnesty-Bericht schildern 70 Kenianerinnen ihre erschütternden Arbeitsbedingungen. Sie arbeiten bis zu 16 Stunden täglich, schlafen auf dem Boden oder in Vorratskammern und bekommen kaum zu essen – oder werden gezwungen, verdorbene Nahrung zu sich zu nehmen. Die Arbeitgeber behalten Pässe, Telefone und Löhne ein, machen die Frauen so zu Gefangenen. Viele von ihnen berichten, dass sie angeschrien, geschlagen oder sogar vergewaltigt wurden. 

Ermöglicht wird dieses System durch das sogenannte Kafala-System. Es wird seit Jahren kritisiert, besonders seit der Debatte um die Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter während der Fußball-WM in Katar. Kafala ist ein arbeitsrechtliches Sponsoring-System in vielen Golfstaaten, bei dem ausländische Arbeitskräfte an einen Arbeitgeber gebunden sind, der umfassende Kontrolle über ihren Aufenthaltsstatus und ihre Bewegungsfreiheit hat. 

Die Misshandlungen reichen von verbaler Demütigung über körperliche Gewalt bis hin zu sexuellem Missbrauch. Die Haushälterinnen werden ohne jeglichen Respekt behandelt, als wären sie Menschen zweiter Klasse. Auch Rassismus spielt eine große Rolle: Afrikanerinnen werden aufgrund ihrer Herkunft und Hautfarbe beschimpft und erniedrigt. Eine Frau berichtet, dass die Kinder sie „Affe“ nannten und sie auslachten. 

Den Staat scheint es nicht zu interessieren, was in den Privathaushalten geschieht. Obwohl 2023 neue Regeln für Hausangestellte erlassen wurden, zeigen diese in der Praxis kaum Wirkung. Kontrollen finden nicht statt, und es mangelt an Durchsetzung. Arbeitgeber können Hausangestellte somit ohne Konsequenzen schlecht behandeln – ein System, das Ausbeutung begünstigt. 

Amnesty fordert vom absolutistisch regierten Saudi-Arabien klare Arbeitsrechtsregelungen für Hausangestellte, unabhängige Kontrollen sowie die Abschaffung des Kafala-Systems. Zudem solle Kenia eng mit Saudi-Arabien kooperieren, um die Rekrutierung besser zu regulieren und sicherzustellen, dass Botschaften betroffene Landsleute aktiv unterstützen. Nur durch internationale Zusammenarbeit können die Rechte dieser besonders verletzlichen Gruppe effektiv geschützt werden. 

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