Bericht über Menschenhandel von 2020 erschienen 1. Juli 2021

VERSKLAVTE MENSCHEN IN UNSERER MITTE!

Menschenhändler sind Ausbeuter. Vorwiegend Frauen und Mädchen aus Osteuropa, wie Bulgarien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei, so wie auch aus Südostasien, China, Nigeria und Südamerika werden durch Menschenhandel in Österreich versklavt. Mehr als 95% der identifizierten Opfer des Menschenhandels sind ausländische Frauen und etwa 65% der Opfer stammen aus EU-Mitgliedstaaten. 

WIE SIEHT DIE LAGE IN ÖSTERREICH AUS?

Menschenhändler, vorwiegend Männer, nutzen Frauen aus Nigeria und China beim Sexhandel in Massagesalons und Bordellen aus, durch Androhung und Ausübung von Gewalt, Missbrauch, seelisch, wie körperlich und Unterdrückung. Viele der nigerianischen Opfer kommen als Asylsuchende nach Österreich. Einige österreichische Frauen betreiben kommerziellen Sex, das macht sie wiederrum sehr anfällig für Menschenhandel und oft gelangen sie dadurch in eine Situation der Versklavung. Die Zwangsprostitution und der Sexhandel konzentrieren sich zwar auf städtische Gebiete, kommt jedoch auch in kleineren Städten, so wie Vororten vor. Menschenhändler und Menschenhändlerinnen, die mit gut ausgebauten Netzwerken arbeiten, rekrutieren die Sexhandel-Opfer mit betrügerischen Stellenangeboten von Restaurants und Haushaltshilfen oder indem sie sich als potenzielle romantische Partner ausgeben, die sogenannte Loverboy-Masche. Die meisten Menschenhändler sind österreichische Männer oder Männer, die aus demselben Land stammen wie ihre Opfer, viele von ihnen sind Mitglieder internationaler organisierter Kriminalität. Beobachter*innen stellen einen zunehmenden Trend beim Handel mit Menschen fest. Die Verbrecher beuten Männer und Frauen aus Osteuropa, Südostasien und China als Zwangsarbeitskräfte aus und werden vorwiegend in Restaurants, im Baugewerbe, in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen ausgebeutet, sowie im Haushalt, hier steht mit Abstand an erster Stelle die diplomatischen Haushalte. Saisonbedingte Migranten sind besonders während der Erntezeit vom Menschenhandel betroffen und leben in der Zeit in unwürdigen Verhältnissen. Ebenso werden Kinder ausgebeutet, körperliche und geistig behinderte Menschen, sowie Romas, die in der Zwangsbettelei versklavt sind. Hinzu kommt das Österreich als Transitpunkt genutzt wird, um Opfer in andere europäische Länder zu bringen. 

WAS TATEN DIE BEHÖRDEN?

Die österreichische Regierung erfüllt die Mindeststandards zur Bekämpfung des Menschenhandels, das heißt hier ist noch viel Luft nach oben! Im letzten Jahr fand ein verstärktes Zusammenarbeiten mit ausländischen Strafverfolgungsbehörden statt. Ebenso die Bemühungen nach einer proaktiven und strategischen Befolgung der Protokolle bei Drogenbekämpfungsoperationen. Dadurch konnten die Strafverfolgungsbehörden Opfer identifizieren und sicherstellen, dass sie nicht für rechtswidrige Handlungen bestraft werden, zu denen sie Menschenhändler gezwungen haben. Obwohl die Regierung die Mindeststandards erfüllt, verfolgte und verurteilte die Regierung weniger Menschenhändler. Und das Überweisungsverfahren für potenzielle Opfer des Menschenhandels, unter Migrant*innen und Asylsuchenden blieb lückenhaft. Experten stellten Fälle fest, in denen Opfer nicht ordnungsgemäß identifiziert wurden und daher keinen Zugang zu spezialisierter Rechtshilfe erhielten. 

WAS TAT DIE REGIERUNG?

2020 war kein gutes Jahr für die Bekämpfung des Menschenhandels. 2019 hatte es eindeutig mehr Ermittlungen und Anklageerhebungen als letztes Jahr gegeben. Die Behörden führen den Rückgang der Anklageerhebungen und Verurteilungen auf die häufigere Ablehnung von Fällen aufgrund unzureichender Beweise zurück. Darüber hinaus waren Gerichte aufgrund von pandemiebedingten Beschränkungen, in einigen Fällen nicht in der Lage Zeugenaussagen zu sichern. Im Mai 2020 arbeiteten die Strafverfolgungsbehörden mit internationalen Behörden zusammen, um eine organisierte internationale Sexhandelsoperation aufzulösen, die rumänische Frauen in Wien ausgebeutet hatte. Die Regierung stellte im Jahr 2020 spezialisierte NGOs 1,43 Millionen Euro zur Bekämpfung des Menschenhandels zur Verfügung, um den Opfern Unterkunft, Dienstleitungen und Rechtsbeistand zu bieten, das sind 441 890 Euro mehr als das Jahr zuvor. Die Stadt Wien finanzierte ein staatlich betriebenes Zentrum für unbegleitete Migrantenkinder, darunter auch Opfer von Kinderhandel, welches juristische, medizinische, psychologische, soziale und sprachliche Hilfe anbietet. Das Zentrum berichtet jedoch, dass es 2020 keine Hilfe für Opfer von Kinderhandel geleistet hat.

Wie man sieht ist noch viel zu tun und Vieles läuft noch nicht rund. Das hier ist ein kleiner Auszug des Berichts über Überwachung und Bekämpfung des Menschenhandels in Österreich und wir können mit unserer Arbeit eine entscheidende Hilfestellung für Betroffene sein. Unterstütze jetzt die Arbeit von Hope for the Future. 

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