Sean John Combs, besser bekannt unter den Pseudonymen „P. Diddy“ oder „Puff Daddy“, ist ein US-amerikanischer Rapper, Musikproduzent und Unternehmer. Der mittlerweile 55-Jährige wurde bereits in den 1990er-Jahren mit Liedern wie I’ll Be Missing You und Can’t Nobody Hold Me Down zu einem der erfolgreichsten Musiker der Welt.
2006 nahm ihn das Time Magazin sogar in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres auf, 2008 erhielt er als erster männlicher Rapper einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
Doch vor rund zwei Jahren kamen schwere Anschuldigungen gegen P. Diddy an die Öffentlichkeit: Sexhandel, organisierte Kriminalität, Sexualstraftaten. Damals berichteten wir bereits über den Skandal um den US-Rapper. Nach einem monatelangen Verfahren wurde P. Diddy nun in zwei von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen.
Die Anschuldigungen gegen Diddy
Im November 2023 reichte Combs’ Ex-Partnerin, die R&B Sängerin Cassandra „Cassie” Ventura, die erste Zivilklage gegen den Rapper ein. Die Sängerin war von 2007 bis 2018 mit dem Musiker liiert gewesen und warf ihm vor, sie in dieser Zeit körperlich misshandelt, sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Zudem soll er sie zum Geschlechtsverkehr mit männlichen Prostituierten gezwungen haben, um sie dabei zu filmen und anschließend zu erpressen.

Kurz darauf folgten weitere Vorwürfe: Eine Studentin der Syracuse University beschuldigte Combs, sie im Jahr 1991 unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Eine weitere Frau warf ihm ebenfalls sexuellen Missbrauch in den frühen 1990er-Jahren vor. Infolge trat Combs von seiner Position als Geschäftsführer des Fernsehsenders Revolt zurück. Auch die geplante Reality-Show „Diddy+7“, die Einblicke in sein Familienleben geben sollte, wurde abgesetzt.
Im Dezember 2023 wurde Combs vorgeworfen, 2003 eine 17-Jährige gemeinsam mit zwei weiteren Komplizen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Im Februar 2024 reichte Musikproduzent Rodney „Lil Rod“ Jones zudem Klage wegen sexueller Belästigung ein.

Wenig später veröffentlichte der Nachrichtensender CNN ein Überwachungsvideos aus dem Jahr 2016. Dieses zeigt, wie Combs seine damalige Partnerin Cassie in einem Hotelflur zu Boden stößt, auf sie einschlägt, tritt und sie schließlich in sein Hotelzimmer zerrt. Erst nachdem das Material veröffentlicht worden war, räumte Combs die Tat ein und äußerte Bedauern über sein Verhalten.
Wenig später reichten das ehemalige Model Crystal McKinney und die ehemalige Modestudentin April Lampros weitere Klagen ein. Auch sie beschuldigten Combs des sexuellen Missbrauchs. Lampros soll sogar jahrelang in einer aggressiven, zwanghaften und missbräuchlichen Beziehung mit Diddy gefangen gewesen sein.
Insgesamt meldeten sich mehr als 3.000 Menschen, sowohl Männer als auch Frauen, mit Vorwürfen gegen Combs. 120 von ihnen haben Klage wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Ausbeutung eingereicht, darunter 25 Minderjährige. Die Klage der österreichischen Moderatorin Kathi Steininger wurde hingegen abgewiesen, da der mutmaßliche Vorfall außerhalb der USA stattfand.
Am 16. September 2024 wurde Combs schließlich verhaftet. Die Staatsanwaltschaft warf Sean Combs unter anderem Sexhandel, organisiertes Heranführen zur Prostitution, Drohungen, organisierte Kriminalität und andere Vergehen vor.
Sean „Diddy” Combs teilweise schuldig gesprochen
Combs, der seit September 2024 in Untersuchungshaft sitzt, hatte alle Vorwürfe bestritten und auf „nicht schuldig“ plädiert. Dennoch wurde der Rapper letztlich am 2. Juli 2025 in zwei von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen.
Nach stundenlanger Beratung verkündeten die zwölf Geschworenen, darunter acht Männer und vier Frauen, ihr Urteil: Schuldig in den zwei schwächsten Anklagepunkten – nämlich wegen des Transports und der Nötigung zur Prostitution. Von den schwersten Vorwürfen wie Sexhandel, Erpressung und organisierter Kriminalität wurde er hingegen freigesprochen. Somit entgeht Combs einer lebenslangen Haftstrafe.
Laut US-Medien reagierte Diddy im Gerichtssaal gefasst: Er lächelte, schlug nach der Verkündung die Hände zusammen, schüttelte einem seiner Anwälte die Hand und bedankte sich leise bei den Geschworenen.
Obwohl die schwersten Vorwürfe vom Tisch sind und dem Musiker keine lebenslange Haftstrafe mehr droht, könnte er weiterhin mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft werden. Das genaue Strafmaß wird Richter Arun Subramanian allerdings erst am 3. Oktober verkünden. Die Staatsanwaltschaft hält laut Gerichtsunterlagen eine Freiheitsstrafe zwischen zwei Jahren und drei Monaten und drei Jahren und drei Monaten für angemessen.
Bis zur Urteilsverkündung soll Combs weiterhin in Haft bleiben. Seine Anwälte hatten versucht eine Freilassung gegen Kaution durchzusetzen und boten ein Paket im Wert von 50 Millionen Dollar an. Combs hätte demnach bis zur Urteilsverkündung unter Hausarrest in seinem Anwesen in Miami leben dürfen. Doch der zuständige Richter hat diesen Antrag nun offiziell abgelehnt.
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